
Befestigte Flächen müssen keine Barrieren für die Natur sein. Durch intelligente Entsiegelung und wasserdurchlässige Beläge verwandeln wir graue Infrastruktur in funktionale Räume, die atmen können und das Klima aktiv entlasten.

In einer modernen Planung geht es nicht darum, Flächen komplett ungenutzt zu lassen, sondern sie klug zu befestigen. Versiegelte Oberflächen aus Asphalt oder Beton speichern Hitze und führen bei Starkregen zu massiven Abflussproblemen. Naturnah befestigte Flächen – etwa durch Ökopflaster, Schotterrasen oder Kies – wirken diesem Effekt entgegen. Sie ermöglichen die Versickerung von Regenwasser direkt vor Ort, was den Grundwasserspiegel stützt und die Kanalisation entlastet. Zudem heizen sich diese Oberflächen weniger stark auf. Für die Biodiversität bieten die Fugen und Zwischenräume wertvolle Mikrolebensräume, die selbst in stark genutzten Bereichen wie Parkplätzen oder Quartierstrassen einen ökologischen Beitrag leisten.

Wähle den Belag immer passend zur tatsächlichen Belastung: Wo kein schwerer Lkw-Verkehr herrscht, genügen oft wasserdurchlässige Systeme. Setze auf grosszügige Fugenanteile oder offenporige Materialien, die eine direkte Versickerung erlauben. Bei der Gestaltung von Gehwegen oder Plätzen können helle Materialien die Hitzereflektion (Albedo-Effekt) verbessern und so das Lokalklima kühlen. Achte darauf, dass der Unterbau ebenso wasserdurchlässig gestaltet ist wie die Oberfläche, damit keine Staunässe entsteht. Für Strassenprojekte ist das Prinzip der „Schwammstadt“ leitend: Leite überschüssiges Oberflächenwasser gezielt in angrenzende Grünflächen oder Mulden ab, statt es direkt in die Rohre zu führen.